THS_Logo_small

Home

Impressum

Downloads

Schülerkrankmeldung

Login

 

 

 

 

 

 

 

Logo_NRW_Sportschule_160
Mint Logo rein Blau_162
Siegel_bild_150
sor10
logo_erasmus_162_text
Präventionssiegel_16-17_162
elternmitarbeit_logo00
moodle-logo
thsinfofilm_150_0

Bericht vom Besuch in Welikij Nowgorod vom 6.-15.10.2017


Letzte Woche besuchten Herr Norkowski und Frau Stebbing unsere neue Partnerschule in Welikij Nowgorod. Diese Stadt ist die Partnerstadt (twin city) von Bielefeld. Dort lernten wir die Schule Nr. 2 kennen, die ab sofort unsere offizielle Partnerschule ist.  Die Schulleiter Herr Norkowski und Frau Obolenskaja unterzeichneten in einer feierlichen Zeremonie den Partnerschaftsvertrag.


Freitag, den 06.10.17
Früh morgens um 6:45 ging es aufgrund der Umbauarbeiten am Hauptbahnhof mit dem Zug erst nach Herford, und im Anschluss dann direkt zum Flughafen nach Düsseldorf.

Pünktlich um 11:05 flogen wir los und kamen schon um 14:40 in Petersburg an. In Russland ist es eine Stunde später als in Deutschland. Ein Minibus der Universität wartete schon auf uns und nach längerer Fahrt kamen wir abends in Nowgorod an. Die Schüler des Rudolf-Rempel Berufskollegs wurden schon sehnsüchtig von ihren Gastgebern erwartet.

Einige  Lehrer fuhren dann zu befreundeten  Gastfamilien und die anderen ins Hotel. Herr Norkowski und Frau Stebbing erkundeten Nowgorod zu Fuß und bewunderten das schön beleuchtete Rathaus.


Samstag, den 07.10.17
Nach dem reichhaltigen Frühstück im Hotel  wurde Nowgorod bei Tageslicht erkundet. Wir besichtigten den Kreml, das Denkmal "1000 Jahre Russland".  und die Sofienkathedrale.  Frauen müssen dort ihr Haar bedecken.  Die Kirche ist wunderschön und voller Gemälde, Bilder und zeigt goldene Statuen und Ikonen. Das Wetter war schön und so spazierten wir über die Brücken und am  Fluss Volkhov entlang, der sogar einen Strand bietet.

Nachmittags trafen wir die Schüler und Lehrer vom RRBK wieder, die uns von ihren Erlebnissen in den Gastfamilien erzählten. Alle waren begeistert von der Herzlichkeit und Freundlichkeit ihrer Gastgeber.


Sonntag, den 08.10.17
Direkt gegenüber vom Hotel war das Rathaus, und dort auf dem Rathausplatz fand  ein großer Markt mit vielen Ständen statt, an denen es handgemachte Dekorationen gab (z.B. Andenken aus Birkenrinde). Bauern und Händler verkauften ihre Waren, und wir bewunderten Honig in 7 Farben, in teilweise eimergroßen Töpfen, und durften alles probieren. Wir stärkten uns mit Pelminis (Teigtaschen mit Füllung) und  Blinis (Pfannkuchen) von einem Backwarenstand, an dem es herrlich duftete. Viele der Händler trugen Trachten in bunten Farben.
Besonders eindrucksvoll war die Musik. Frauen in Tracht tanzten begeistert, und die Touristen machten viele Fotos.
Wir besuchten einen russisch orthodoxen Gottesdienst in der Sofienkathedrale und erlebten beeindruckende Kirchenmusik und Gesänge. In Russland sind die Chorsänger der Kirche hauptberuflich tätig. Ein Gottesdienst dauert bis zu 4 Stunden, und ganz so lange haben wir es nicht geschafft, denn in Russland steht man im Gottesdienst, Bänke und Stühle gibt es nicht.

Nächste Station war das Freilichtmuseum für Holzbaukunst, da fand das Kohlfest statt. In den Holzhäusern der verschiedenen Jahrhunderte gab es viel zu sehen und zu probieren. Kohlsalat in allen Farben und Geschmacksrichtungen - ein besonderes Erlebnis. Handwerkskunst und Handarbeitsstände boten ihre Waren feil. Die Lehrer der THS mussten Kohl stampfen, der dann eingelegt und weiter verarbeitet wird.


Montag, den 09.10.17
An diesem Tag wurde die deutsche Delegation offiziell in der Universität begrüßt. Der Rektor Michael Pevzner begrüßte uns herzlich und erzählte in perfektem Deutsch von seinem ersten Besuch in Bielefeld vor über 30 Jahren. Im Anschluss wurden Lehrer und Schulleitung in seinem Büro empfangen, und es gab eine große Auswahl an Kuchen und Snacks. Dort erfuhren wir dann von der internationalen Woche, die jährlich in Nowgorod stattfindet, denn es gibt über 26 Partnerstädte in aller Welt, von Bielefeld bis nach China. Herr Pevzner lud unsere Schule gleich herzlich dazu ein, wir freuen uns sehr.

Nach einem leckeren Mittagessen (Salat, überbackenes Schnitzel und Kuchen und Tee) fuhren wir zum Antonovo Komplex, dem pädagogischen Teil der Hochschule. Wir hatten eine Führung in deutscher Sprache durch die Studentinnen der Universität. Besonders interessant war die Geschichte der Birkenrinde. Nowgorod hatte die erste Schule Russlands, für 200 Jungs. Die schrieben auf Birkenrinde, denn das Material war reichlich vorhanden. Bei Ausgrabungen findet man immer wieder Dokumente auf Birkenrinde, die meistens privater Natur sind (Rechnungen, Briefe usw.)

Letzter Tagespunkt war die Stadtführung, bei strömendem Regen. Da in Russland die Kanalisation anders ist als in Deutschland, und sich Straßen und Plätze schnell in eine Seenplatte verwandeln, ist man mit Gummistiefeln gut beraten. Die hatten wir aber leider nicht mit. Die Stadtführerin sprach perfektes Deutsch und erklärte uns die Legende von der Steintaube auf der Sofienkathedrale. Als Nowgorod vor vielen hundert Jahren angegriffen wurde, verwandelte sie sich aus Trauer in Stein. Man erzählt sich, dass es Frieden gibt, solange die Taube oben auf der goldenen Kuppel sitzt.  Es gibt viele Geschichten in Nowgorod: Freitags sollen unverheiratete Mädchen dreimal um die  Kirche von   St. Parasceva  rennen, dann finden sie innerhalb eines Jahres einen Mann - da es so geregnet hat, haben wir das lieber nicht ausprobiert.


Dienstag, den 10.10.17
Heute wurden wir morgens offiziell durch die Leitung des humanitären Wirtschaftskollegs begrüßt.
Wir bekamen eine Führung durch die Gebäude und durften viele Fragen stellen. Um 11:30 holte uns Valeri Grigorov ab, der Koordinator für internationale Schulpartnerschaften der Schule Nr. 2.

Die Schule liegt mitten in der Stadt, gegenüber dem Rathaus und hat ca. 900 Schüler der Klassen 5-10. Dort ist eine Schwarz/grau/weiße Schuluniform Pflicht. Eine elektronische Schranke sorgt dafür, dass nur Schüler und Lehrer in die Schule kommen. Es gibt sogar Sicherheitsbeamte.
Die Schulleitung Frau Obolenskaja begrüßte uns sehr herzlich in ihrem Büro, wo wir auch sehr fürstlich bewirtet wurden. Gastgeschenke wurden überreicht und erste Gespräche über die Partnerschaft zwischen unseren Schulen fanden statt. Wir wurden von einer offiziellen Übersetzerin der Stadt Nowgorod begleitet, die sehr freundlich und hilfsbereit war.
Herr Grigirov, der koordinierende Lehrer, spricht auch ein perfektes Deutsch und war schon wiederholt in Bielefeld zu Gast. Es wurde viel erzählt und gelacht und erste Fotos gemacht.
Abends wurden wir von Frau Schanajewa eingeladen, die Vorsitzende der Kommission für Bildung ist, das war eine besondere Ehre für uns.


Mittwoch, den 11.10.17
Das war ein besonders feierlicher Tag: um 9:45 Uhr trafen wir uns in schicker Garderobe im Rathaus, denn dort fand die offizielle Vertragsunterzeichnung statt. Herr Norkowski bekam einen Ehrenplatz direkt neben dem Bürgermeister von Nowgorod, und Frau Stebbing saß neben der Schulleitung der Schule Nr.2.  Das Fernsehen war anwesend, und viele Schüler und Studenten aus Russland und die Besucher vom RRBK. Zu Beginn wurde viel gefilmt und Fotos gemacht. Herr Norkowski wurde sofort vom russischen Fernsehen interviewt, und Herr Grigorov übersetzte. Später dann kam auch die offizielle Übersetzerin Frau Sycheva dazu, und übersetzte simultan alle Reden der folgenden Personen:

Frau Schanajewa , die Vorsitzende der Kommission für Bildung
Die Vorsitzende der Kommission für Tourismus
Der Bürgermeister Herr Osipow
Herr Norkowski
Frau Obolenskaja

Ein Film über Welikij Nowgorod und alle bestehenden Partnerschaften wurde gezeigt und schließlich wurde der Vertrag feierlich unterzeichnet. Alle Anwesenden bekamen Informationsmaterial über die Stadt Nowgorod geschenkt.
Nachmittags fand eine Betriebsbesichtigung bei "DEKA" statt, einem Getränkehersteller. Er stellt Softdrinks basierend aus Hefe und Zucker her, und Bier. Wir bekamen eine Hygienebelehrung und mussten Schutzmäntel und Mützen anziehen. Leider war die Produktion in der Herbstpause, und so konnten wir nicht alle Maschinen in Aktion sehen. Wir durften alle vom HNKOVA (ohne Alkohol) probieren, und sollten unsere Bewertungen abgeben.
Abends besuchten die THS Lehrer ein Lokal ohne Übersetzer und schafften es, eine Pizza zu bestellen, trotz Karte in russischer Sprache.  Zu unserer Überraschung war auf der Pizza auch ganz viel Dill - Dill ist in fast allen herzhaften Gerichten, und natürlich eine Menge Knoblauch.


Donnerstag, den 12.10.17
Herr Norkowski und Frau Stebbing wollten an diesem Tag das Museum "Hall of Military Glory" besichtigen. Das war einfacher gesagt als getan, denn wir landeten zuerst am Theater. Dank moderner Technik und Google Maps fanden wir dann doch unser Ziel.

Weiterhin wollten wir noch einige Andenken kaufen, und das war auch ein Abenteuer: In Nowgorod kann man von außen oft nicht erkennen, was in einem Geschäft verkauft wird, geschweige denn, ob es ein Geschäft ist. Nach einem Papierwarenladen und einem Stoffgeschäft fanden wir dann endlich einen Ort, um Wasser und Postkarten zu kaufen.  6000 Rubel sind ungefähr 86 Euro, da muss man gut rechnen können! Schließlich spazierten wir erneut zum Kreml, und erkundeten andere Gebäude und Plätze. Wir fanden sogar eine Kirmes und einen ganz modernen Kinderspielplatz.

Die Schule Nr.2 hatte schon einen schönen Text über die Partnerschaft mit der THS auf ihrer Homepage und abends konnte man Herrn Norkowski, Frau Obolenskaja  und den Bürgermeister im russischen Fernsehen bewundern.

Später waren wir erneut eingeladen, diesmal in ein ungarisches Restaurant, von Frau Obolenskaja und Herrn Grigorov. Frau Schanajewa war auch vor Ort, und es wurde ein lustiger Abend.
Es wurde hin und her übersetzt, und wir lernten uns etwas besser kennen. Schließlich wurde es sportlich: Einer der Restaurant Gäste hatte Geburtstag. Das bedeutet immer, dass alle im Restaurant mitfeiern, auch wenn sie das Geburtstagskind nicht kennen. In diesem Fall mussten alle das Tanzbein schwingen. Zum Schluss wurden wir erneut reichlich beschenkt: Russische Süßigkeiten, Andenken und Leinentücher. Nowogorod ist ebenso wie Bielefeld eine alte Leinenstadt!

Wir verabschiedeten uns sehr schweren Herzens von unseren neuen Partnern und Freunden, und packten unsere Koffer, denn am nächsten Tag ging es nach Sankt Petersburg.


Freitag, den 13.10.17
Morgens um 6:30 ging es los, und die meisten Bielefelder nutzten die Busfahrt, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Um 14 Uhr begann unsere Stadtführung in Sankt Petersburg, diese dauerte 4 Stunden, aber wir konnten immer wieder an interessanten Plätzen und Sehenswürdigkeiten aussteigen, und wir hatten eine nette Reiseführerin, die uns alles auf Deutsch erklärte.
Abends ging es zum Hotel, direkt am Wasser gelegen, man sagt, dass die Stadt wie eine Mischung aus Amsterdam und Venedig ist. Unsere Koffer mussten 10 Treppen hinauf getragen werden, denn in einem so alten Gebäude gibt es keinen Fahrstuhl. Das wurde belohnt: Wir hatten aus dem 5. Stock einen super Ausblick auf die Stadt, toll!
Noch an diesem Abend erkundeten wir Sankt Petersburg selbständig, und machten viele schöne Fotos von den beleuchteten Sehenswürdigkeiten.


Samstag, den 14.10.17
Für 10 Uhr hatten wir Eintrittskarten für das Hermitage, ein berühmtes Kunstmuseum. Wir waren von den Ausstellungen und dem Gebäude vollkommen überwältigt, man sagt, wenn man jedes Kunstwerk nur 30 Sekunden betrachtet, dass es 600 Jahre dauern würde, um alles wirklich genau zu sehen. Selbst die Decken und Fussböden der Hermitage sind spektakulär.
Schließlich hatten wir eine Verschnaufpause im Literaturcafe, und bekamen einen Platz an dem Tisch, an dem Alexander Puschkin regelmäßig saß. Es war so vornehm, dass der Kellner uns sogar die Serviette auf dem Schoß ausbreitete und Handschuhe trug. Lecker geschmeckt hat es ebenfalls.

Weiter ging es mit der U-Bahn zum Friedhof und unsere Fahrkarte war eine Münze mit einem M für Metro darauf! Das war eine heikle Mission, denn die U-Bahn ist in Russland bis zu 100 Meter tief, und man fährt einige Minuten mit der Rolltreppe, bis man unten angekommen ist. Dort gibt es viele Türen, die aussehen wie Fahrstuhltüren, und sich nur öffnen, wenn ein Zug kommt. So kann niemand auf die Gleise fallen.
Am Friedhof mussten wir Eintritt zahlen, denn dort liegen viele berühmte Wissenschaftler und Künstler begraben. Es gab viele alte und ungewöhnliche Gräber zu sehen, einige auch unheimlich, denn der steinerne Sargdeckel war etwas verschoben.
Abends gingen wir noch durch die Geschäfte und besorgten Andenken, hier gibt es alles, von Starbucks bis zu Zara, eine ganz moderne Großstadt eben.
Russland ist voller Überraschungen:  superschnelles Internet, mit einer Geschwindigkeit von fast 100 überall, Taxi- und Busfahrer, die ihre Fahrprüfung jährlich wiederholen müssen, Beamte und Angestellte der Stadt, die jährlich einen Fitnesstest in 7 Disziplinen absolvieren müssen, übrigens an ihrem freien Tag;  Schüler, die in 2 Schichten Unterricht haben, weil die Schule so beliebt ist, und vieles mehr.


Sonntag, den 15.10.17
Um 5 Uhr morgens wurden wir abgeholt, und es ging zum Flughafen. Mittags um 13 Uhr waren wir gesund und munter zurück in Bielefeld. Es war eine tolle Zeit, und wir sind von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der russischen Partner sehr beeindruckt, vielen lieben Dank an alle in Nowgorod.
Wir haben viel erlebt und viele neue Freunde gefunden und freuen sehr uns auf die nächste Begegnung.

Sb

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_8040
IMG_8051
IMG_8055
IMG_8056
IMG_8064
IMG_8058
IMG_8073
IMG_8093
IMG_8097
IMG_8101
IMG_8111
IMG_8154
IMG_8187
IMG_8324
IMG_8367
IMG_8423
IMG_8753
IMG_8944

 

gras