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Erasmus+ KA1
Frau Reckefuß fährt nach Dublin und macht eine Fortbildung zum Thema
„Apps für den Unterricht und zum Lernen“


Sonntag, den 01.10.2017

Heute geht es nach langer Vorfreude und Vorbereitung endlich los zur Fortbildung in Irland!!!
Die Anreise mit dem Zug zum Flughafen Düsseldorf verläuft ohne Probleme und bei schönstem Sonnenschein. Der Flug startet um 15 Uhr fast eine Stunde verspätet, aber das voll besetzte Flugzeug kommt nach knapp anderthalb Stunden Flugzeit doch schnell in Dublin, der Hauptstadt Irlands, an.
Im Flugzeug habe ich schon gleich die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, denn es gibt einen Zeitunterschied zwischen Deutschland und Irland. Somit hat mein Tag heute eine Stunde mehr.
Vor dem Flughafen steht der Bustransfer der Firma Aircoach zur Innenstadt bereit. Die blauen Busse verbinden den Flughafen preiswert mit anderen Ortsteilen Dublins und auch anderen Städten in Irland. Während der Busfahrt beobachte ich den für uns etwas „komischen“ Linksverkehr: die Autos haben das Steuer auf der rechten Seite und fahren auf der linken, statt rechten Straßenseite (auch im Kreisel fährt man also linksherum!).
Mein Halt ist die O`Connell Bridge mitten im Zentrum Dublins. Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg zu meinem Hotel, das direkt an Dublins großem Fluss Liffey liegt, der Dublin in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufteilt. Nach dem Einchecken erkunde ich noch ein wenig die nahe Umgebung. 

 

Montag, den 02.10.2017

Während alle THS Schüler und Lehrer heute einen Brückentag vor dem morgigen Feiertag haben, starte ich um 9 Uhr mit meiner Fortbildung zum Thema „There`s an App for that - Exploring the Best Apps for Teaching and Student Learning“. Der Schulungsraum befindet sich in der Ulearn School an der Harcourt Street, ganz in der Nähe des großen Stadtparks St. Stephen`s Green, und ist zu Fuß in ca. 15min. von meinem Hotel aus zu erreichen. Unser Lehrer kommt ursprünglich aus Italien. Er lebt aber schon längere Zeit in Dublin und hatte somit gleich ein paar sightseeing-Tipps für uns parat. Wir sind am ersten Tag nur vier Kursteilnehmer.
Am Anfang machen wir eine kurze Vorstellungsrunde. Jeder berichtet auf der Grundlage einer Power Point Präsentation über seine/ihre Schule, also auch ich über die THS.
Zwei Lehrer kommen aus Köln und unterrichten an der „Anna Freud Schule“.  Dies ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, an der aber auch Regelschüler aufgenommen werden. Es gibt zwei Klassen, in denen die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Ipads lernen, sowie insgesamt 40 Tablets, die der Schule gehören und im Unterricht flexibel eingesetzt werden können. Die Sprach- bzw. Diktierfunktion von Smartphones wird u.a. von Schülern genutzt, die z.B. nicht mit der Hand schreiben können.
Die andere Teilnehmerin kommt aus Schweden und arbeitet an einer Schule mit 600 Schülerinnen und Schülern und mit ca. 25 Schülerinnen und Schülern pro Klasse. JEDER Schüler/JEDE Schülerin hat ein eigenes Tablet zur Verfügung - es wird sogar von der Schule bezahlt! Das ist wohl an den meisten Schulen in Schweden der Fall; außerdem ist jede Schule in Schweden mit WLAN ausgestattet. Es werden verschiedene Apps und Internetseiten zum Lehren und Lernen eigensetzt und es gibt ein besonderes Angebot der Schulbuchverlage: Jedes Schulbuch ist als Audioversion erhältlich - somit werden u.a. Schülerinnen und Schüler, die Probleme beim Lesen oder Leseverstehen haben, beim Lernen unterstützt und haben keinen Nachteil.


Heute beschäftigen wir uns hauptsächlich mit dem Programm Evernote. Evernote kann benutzt werden, um neue Dokumente mit unterschiedlichsten Quellen aus dem Internet zu erstellen. Lehrer können das Programm sowohl zum Erstellen von neuen Unterrichtsmaterialen nutzen, als auch die Schüler z.B. als Hausaufgabe oder Langzeitaufgabe mit diesem Programm arbeiten lassen. Die Quellen können in ganz unterschiedlicher Weise bearbeitet werden, z.B. durch das Einfügen von Pfeilen, Markierungen, Fotos, Sprachaufzeichnungen, Screenshots oder Verpixelungen. Es bedarf etwas Übung das Programm zu nutzen, aber es ist auf jeden Fall sehr interessant! Evernote kann man sowohl auf dem Computer, als auch per App nutzen (alle Accounts werden über eine Cloud gespeichert bzw. synchronisiert). Man kann man diesem Programm sogar offline arbeiten.
Als nächstes schauen wir uns Youtube Videos zum Thema „Lernen“ an, u.a. von Sir Ken Robinson, von den Gründern der sog. KIPP School in den USA und von Salman Khan. Letzerer hat in den USA die sog. Khanacademy (www.khanacademy.org) gegründet, welche Tutorials in mathematischen, naturwissenschaftlichen, technischen und auch in vielen anderen Bereichen anbietet. Das Programm ist kostenlos und mittlerweile sind einige Teile auch auf Deutsch nutzbar (www.de.khanacademy.org).  Jede Person (egal welchen Alters und an welchem Ort auf der Welt!) lernt in seinem/ihrem individuellen Tempo und kann das neu erlangte Wissen anschließend mit Tests überprüfen. Das Credo der Khanacademy ist auf der Homepage klar formuliert: „Our mission is to provide a free, world-class education to anyone, anywhere.“ Das Programm wird von einigen Schulen in den USA schon eingesetzt, sodass sein sog. flipped classroom entsteht: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich zu Hause das Thema anhand der Videos, sodass die Zeit im Unterricht ausschließlich zum Üben und zum Klären von Fragen genutzt werden kann. Hier ist der Link zu dem sehr aufschlussreichen Video über die Khanacademy:

https://www.youtube.com/watch?v=nTFEUsudhfs

Nach dem Kurs schaue ich mir das Trinity College und das sich auf dem Campus befindende Book of Kells sowie die Old Library angeschaut. Das Book of Kells ist eines der berühmtesten mittelalterlichen Bücher der Welt und wurde um das Jahr 800 herum von Mönchen in mühevoller Kleinarbeit und mit viel Kreativität hergestellt bzw. gemalt. Das Buch gehört zu den größten kulturellen Schätzen Irlands. Die Old Library erinnert mich an Szenen aus den Harry Potter Filmen. Ich hatte Glück und konnte sofort ein Ticket kaufen, denn normalerweise muss man hier lange anstehen und warten.
 

Dienstag, den 03.10.2017

Seit heute haben wir eine weitere Kursteilnehmerin, sie ist Deutsch- und Englischlehrerin und kommt aus Bulgarien. Der heutige Fortbildungstag steht ganz unter dem Motto „games and quizzes“. Wir lernen die Programme Socrative, Quizzlet und Quizziz kennen und schauen uns die verschiedenen Features jeweils genau an.
Lehrer können auf diesen Plattformen Quizze zu verschiedensten Themen in unterschiedlichen Formaten (multiple choice, true/false, short answer, group tournament/race/…) erstellen und die Schülerinnen und Schüler können ihr Wissen anschließend damit überprüfen. Gleichzeitig erhält der Lehrer am Ende eine Auswertung. Die Programme laufen auf PCs, Tablets oder Smartphones, sind also keine Apps. Die Lehrer müssen sich immer einen Account einrichten. Bei einigen Programmen müssen Schüler dies auch tun, um das Quiz durchführen zu können, bei anderen können sie über die Eingabe eines Links in Kombination mit einem einmalig gültigen Zahlencode direkt mit dem Quiz anfangen. Die Quizze können jeweils als Hausaufgabe oder im Unterricht bearbeitet werden. An dem Programm Quizzlet finde ich besonders interessant, dass Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Art und Weise Unterrichtsinhalte lernen können: mit Hilfe von virtuellen Karteikarten, durch das Schreiben von Antworten, durch das Eintippen von etwas Vorgesprochenem, durch Zuordnungsaufgaben, durch ein Spiel oder durch einen Live-Wettbewerb in Gruppen.

Nach dem Kurs spreche ich mit den beiden anderen Lehrern aus Deutschland beim Mittagessen über unsere Schulen, den Schulalltag und natürlich auch über die bisherigen Kursinhalte. Nachmittags nehmen wir gemeinsam an einer Stadtführung teil, die von der ULearn-School kostenfrei angeboten und von einem Lehrer durchgeführt wird. Er erzählt uns viele Insider-Geschichten über das Leben in Dublin und über einige Gebäude. Wir gehen u.a. zum Trinity College, zum Spire, zur Ha`penny Bridge, zum Kneipenviertel Temple Bar und zu anderen berühmten Pubs, sowie zu der Molly Malone Statur.
 

Mittwoch, den 04.10.2017

Heute beschäftigen wir uns den ganzen Tag mit Google und seinen Tools. Unser Lehrer gibt uns zunächst eine Einführung, wie man seinen Google Account verwalten kann oder sollte. Man soll/ muss ganz klar einstellen, welche Informationen Google nutzen darf und welche Funktionen man selbst nutzen möchte oder nicht. Es ist z.B. möglich, sein Handy von dem Google Account aus klingeln zu lassen, sofern man diese „Suchfunktion“ zuvor eingestellt hat. Außerdem könnte man seine gesamten Daten vom Handy oder Laptop über den Google Account löschen. Man sollte also die Vor- und Nachteilen dieser Funktionen abwägen und ganz bewusst die Einstellungen vornehmen.
Als nächstes erklärt uns unser Lehrer das System von Google Drive, einer cloud-basierten Datensicherungsmöglichkeit. Anschließend bringt er uns Google Form näher. Dies ist ein Programm, mit dem man Tests in unterschiedlichsten Formaten und mit unterschiedlichen Frage-/Antwortmöglichkeiten erstellen und sogar ausdrucken kann. Die Schülerinnen und Schüler können die Tests online beantworten und digital an den Lehrer zurück senden.
Google Slides funktioniert wie Microsoft Power Point und wird auch in einer Cloud gesichert. Google Sheets ist das Pendant zu Microsoft Exel. Dort gibt es hilfreiche Vorlagen für Lehrer, z.B. zur Notenverwaltung. Google Docs ist wie Microsoft Word aufgebaut.
Ausführlich setzen wir uns dann mit Google Classroom auseinander. Hier können Lehrer (sofern die Schule einen Account dafür einrichtet) digital eine Klasse bzw. einen Klassenraum einrichten und dort Aufgaben und auch Ankündigungen bzw. wichtige Hinweise einstellen. Die Schülerinnen und Schüler können diese dann in ihrem Account einsehen und bearbeiten.
Wir diskutieren zwischendurch immer wieder intensiv über unterschiedliche Aspekte von Google Classroom und über viele Vor- und Nachteile bzw. ungeklärte Fragen. Die schwedische Kollegin benutzt z.B. Google Classroom. An ihrer Schule wird auch ein digitales Klassenbuch benutzt. Die Eltern bekommen automatisch eine SMS, sofern ihr Kind nicht in der Schule ist und müssen das Fehlen bestätigen.

Nachmittags schaue ich mir noch zwei berühmte Kathedralen in Dublin an: die Christ Church Cathedral und die St. Patrick`s Cathedral. Die Christ Church Cathedral ist die älteste Kathedrale in Dublin und fast 1000 Jahre alt! Die St. Patrick`s Cathedral ist kleiner, aber ebenso eindrucksvoll.
Abends verabrede ich mich mit den anderen Kursteilnehmern zum Abendessen.

Donnerstag, den 05.10.2017

Heute haben wir wieder viele verschiedene neue Themen auf dem Programm. Zum Einstieg erläutert uns unser Lehrer zuerst ganz grob, wie eine App, Spiele am PC oder Smartphone oder auch kurze Animationsfilme aufgebaut sind. Mit dem Programm MIT App Inventor erklärt er uns anschaulich die Basics, die man zum Programmieren eines Spiels benötigt. Ein bekanntes Programm der MIT ist das Programm Scratch, mit dem Animationsfilme in einfachen Arbeitsschritten selbst erstellt werden können, auch von Schülern! Um tiefer in die Materie einzusteigen und sich einzuarbeiten, gibt es zahlreiche Tutorials auf der MIT Website und auf Youtube. Das Fazit des ersten Lernblocks des Tages kann folgendermaßen zusammengefasst werden: „The ,language´ of computers is just like any other language. I have to learn it and the more I practice, the better I get.”
Im zweiten Lernblock geht es heute um Youtube. Unser Lehrer zeigt uns wichtige Einstellungen, die man vornehmen sollte, wenn man sich einen eigenen Account bei Youtube anlegt: die wichtigsten Einstellungen zum Filtern der Ergebnisse sind die Sprache, der Ort, die Zeit, die das Video bereits online ist, und die Länge des Videos. Im Bereich Creator Studio kann man sich eine genaue Analyse anzeigen lassen: Von wo aus wurden meine Videos geschaut? Wie alt sind meine Zuschauer? Wie lange haben sie sich meine Videos angeschaut? Unser Lehrer hat auch noch weitere gute Tipps für uns, nämlich die Audio Library und die Sound Effecte, die kostenlos genutzt werden können. Unter dem Raster your contribution können Videos mit Untertiteln versehen werden - eine gute Translation Aufgabe für Schülerinnen und Schüler!
Als nächstes geht es um die Software OBS, mit der viele Tutorials erstellt werden, die man auf Youtube finden kann. Außerdem wird OBS auch für Live-Streaming verwendet.
Dann kommen wir zum Programm Study Stack. Es basiert auf dem Konzept „Wort / Definition-Zuordnung“, ist also auf verschiedene Fächer anwendbar (in Englisch z.B. auf das Lernen von neuen Vokabeln, in Mathe z.B. durch Aufgaben und Ergebnisse etc.). Sobald die zu lernenden Inhalte einmal eingegeben sind, können sie auf verschiedenste Weise gelernt werden: mit digitalen Karteikarten, Zuordnungen,  in einem Hangman-Spiel, als Kreuzworträtsel usw. Es besteht auch die Möglichkeit, bereits fertig ausgearbeitete Inhalte zu nutzen, die jedoch zuvor auf Richtigkeit überprüft werden sollten. Auch hier sollte - wie überall - auf das Copyright geachtet werden!
Danach verbringen wir Zeit mit dem Programm Kahoot, mit dem man spiel-basierte Tests erstellen und durchführen kann. Man sieht die Fragen auf einem Bildschirm und jeder antwortet auf seinem /ihrem Gerät (Laptop, Smartphone, Tablet). Es gibt verschiedene Spielvarianten und es macht wirklich großen Spaß! Unser Lehrer zeigt uns, wie man ein Kahoot Quiz erstellt. Da dies aber viel Zeit erfordert, kann man auch auf bereits existierende Kahoots zurückgreifen, die vorab aber überprüft werden müssen. Außerdem sollte stets der Nutzen im Vordergrund stehen und nicht nur der Spaß an der Sache. Kahoot eignet sich gut, um Unterrichtsinhalte zu wiederholen oder um Vorwissen abzufragen.
Class Dojo ist ein Programm, das Lehrer vielfältig nutzen können: zur Verwaltung, zum Feedback-Geben an Schüler und Eltern, als Kommunikationsmittel und um Klassensituationen ansprechender zu gestalten (z.B. kann eine Zufallsauswahl, ein Lautstärke-Anzeiger oder ein Countdown genutzt werden).
Zum Schluss erläutert uns unser Lehrer, wie man Twitter nutzen kann, um an Informationen bzw. Nachrichten aus allen Teilen der Welt zu kommen. Dabei entwickelt sich - im Idealfall - auch das Bewusstsein, was eine „gute“, d.h. seriöse und vertrauenswürdige Quelle ist, und was nicht. Wichtig ist, dass wir den Schülern folgendes vermitteln: „Don`t always trust what you see!“

Nachmittags nehme ich mit zwei meiner Kursteilnehmer noch an einer Tour zum Natural History Museum teil. Auf dem Weg zum Museum gehen wir durch Dublins größten Stadtpark, den St. Stephens` Green Park.
In der unteren Etage des Natural History Museums kann man ausgestellte Tiere aus Irland sehen und in der oberen Etage Tiere aus aller Welt. Die Atmosphäre ist wirklich ganz besonders. Es ist beeindruckend, so viele Tiere in Originalgröße sehen zu können.
Auf dem Rückweg gehe ich noch einmal über dem Campus des Trinity Colleges und es sind dort deutlich mehr junge Leute unterwegs als Montag. Ich gehe davon aus, dass in dieser Woche das neue Semester angefangen hat. Anschließend erkunde ich noch etwas die O´Connell Street (inkl. der General Post Office und des Spires, das mittlerweile als eines der Wahrzeichen Dublins gilt) und die Fußgängerzone Henry Street.
Heute gab es übrigens im Gegensatz zu den Vortagen - an denen das Wetter innerhalb von 10 Minuten zwischen Regen und Sonne wechselte - keinen Tropfen Regen, sondern nur herrlichsten irischen Sonnenschein.

Freitag, den 06.10.2017

Heute ist leider schon der letzte Tag unseres Kurses. Die Kollegin aus Schweden, die in ihrem Unterricht jeden Tag mit Tablets und im Internet arbeitet, stellt uns zuerst einige Internetseiten vor, die sie häufig nutzt.
Anschließend wiederholt unser Lehrer kurz alle Unterrichtsinhalte der Woche - dabei fällt erst so richtig auf, wie viele neue Programme wir kennengelernt haben! Zu Hause können wir uns nochmal in Ruhe in die Programme einarbeiten, die wir in unserem Unterricht einsetzen möchten.
Dann folgt eine kurze Feedbackrunde. Für mich ging die Kurswoche viel zu schnell rum, aber ich habe sehr viel Neues gelernt. Außerdem habe ich es genossen, neue Leute kennenzulernen und über einen längeren Zeitraum hinweg Englisch zu sprechen bzw. mich auf Englisch über fachliche Themen auszutauschen. Unser Lehrer war wirklich super, denn er ist sehr kompetent in seinem Fachbereich, er ist motiviert und kann das Wissen gut vermitteln. Die anderen Kursteilnehmer sehen das ähnlich.
Wir lassen den Kurs ganz locker bei einem Kaffee und Donuts, die unser Lehrer selbst gebacken hat, ausklingen. Dabei entstehen noch viele interessante Gespräche und wir haben einen sehr schönen gemeinsamen Abschluss.

Heute Nachmittag „entdecke“ ich noch tolle Orte in Dublin: Zuerst gehe ich zum Powerscourt Shopping Centre, was ein sehr ungewöhnliches Einkaufszentrum ist. Es ist ein altes Herrenhaus, in dem sich mittlerweile viele kleine Restaurants, Boutiquen und Schmuckläden befinden. Fast gegenüber befindet sich die „George`s Street Arade“, in der ebenso ausgefallene kleine Läden zu finden sind. Es macht Spaß gemacht, sich dort alles in Ruhe anzuschauen und sich vom Angebot inspirieren zu lassen. Anschließend gehe ich noch zum Dublin Castle, das sich mitten in der Altstadt befindet.
Mit den Kollegen aus Köln treffe ich mich abends nochmal zum Essen in einem Pub im Kneipenviertel Temple Bar, in dem wir auch super Live Musik und somit nochmal etwas irisches Flair genießen können. Wir haben abgemacht, in Kontakt zu bleiben und uns - wenn möglich - auch gegenseitig an unseren Schulen zu besuchen. Die schwedische Lehrerin sehe ich morgen noch einmal, da wir über die Schule gemeinsam einen Ausflug gebucht haben.

Samstag, den 07.10.2017

Heute Morgen geht es mit einem Bus früh los zu einem Tagesausflug nach Belfast und einigen anderen Sehenswürdigkeiten nördlich von Dublin. Dieser Ausflug ist in unserem Kursbeitrag inbegriffen, da man so nicht nur die Stadt Dublin, sondern auch andere Teile des Landes kennenlernen kann. Unser Busfahrer ist gleichzeitig unser Reiseführer und hält den ganzen Tag nützlichen Informationen über ein Mikrofon für uns bereit. Los geht es an Dublins Hafengebiet vorbei direkt auf die Autobahn nach Norden. Es ist wieder sehr ungewohnt, auf der „falschen“ Seite zu fahren. Draußen kann man die wundervolle irische Landschaft beobachten, mit vielen kleinen Orten, Wiesen in einem satten Grün, Kühen und Schafen. Auf 80% der landwirtschaftlich genutzten Flächen wird in Irland Gras angebaut. Was für uns vielleicht etwas „komisch“ wirkt, ist wichtig für die Iren, denn Gras (bzw. im Winter Heu) ist das wichtigste Nahrungsmittel für Tiere (Kühe, Rinder, Schafe etc.), deren Fleisch verkauft wird. Zu Beginn diesen Jahres, so berichtet unser Busfahrer, gab es ca. 9 Millionen (!!!) Schafe in Irland - jetzt sind es sogar noch mehr. Die Wolle der Schafe wird allerdings nicht mehr für die Herstellung von Kleidung benutzt.
Unser Busfahrer gibt uns auch eine kurze Einführung in die Geschichte Nordirlands: Bis zum Jahr 1921 stand die gesamte Insel Irland unter englischer Führung. Im Jahr 1921 gab es jedoch eine Revolution und mit einem Vertrag wurde die Unabhängigkeit der Republik Irlands anerkannt. Das Gebiet Nordirlands, das von einer protestantischen Mehrheit angeführt wurde, blieb jedoch „freiwillig“ ein Teil Englands, sodass die Insel in zwei Teile gespalten wurde. In Nordirland kam es bald zu einem großen Konflikt zwischen der katholischen/ republikanischen Minderheit, die sich als „Menschen zweiter Klasse“ fühlten, und den Protestanten. Bis in die 1990er Jahre hinein gab es große Kämpfe zwischen beiden Gruppen, mit extrem viel Gewalt und Brutalität. Es wurden in dieser Zeit viele unschuldige Menschen getötet, z.B. durch Bomben, die in Pubs geworfen wurden. 1998 kam es endlich zu Friedensgesprächen und ein Friedensprozess wurde eingeleitet. Heute gibt es keine Gewalt in dem Ausmaß mehr in Nordirland.

Die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland, das zum United Kingdom gehört, besteht lediglich aus einem Hinweisschild am Straßenrand mit dem Titel „Welcome to Northern Ireland“. Es gibt keine Grenzkontrollen und keine Polizisten. Sollte der Brexit wirklich durchgesetzt werden, wird  sich die Art der Grenzüberschreitung zwischen den beiden Ländern sicherlich ändern, denn die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland wäre die einzige Landgrenze zwischen der EU und dem United Kingdom. In Nordirland gibt es auch eine andere Währung als in der Republik Irland, nämlich das englische Pfund. Außerdem werden Distanzen in Meilen anstatt Kilometern angegeben.

Unser erster Stopp in Belfast ist die sog. „International Wall“, auf der viele verschiedene Bilder zu sehen sind. In Belfast gibt es heute immer noch eine Mauer zwischen den protestantischen und katholischen Bezirken der Stadt! Auf einer der Seiten gibt es viele Graffitis und man kann auf der Mauer unterschreiben, um ein Zeichen für Frieden zu setzen; meine schwedische Kollegin und ich tun dies auch. Danach fährt uns unser Busfahrer zur Ruine des alten Gerichtsgebäudes und des alten Gefängnisses der Stadt. Früher wurden Gefangene durch einen unterirdischen Tunnel von einem zum anderen Gebäude gebracht.
Ein Highlight ist der Stopp am sog. „Titanic Quarter“, an dem früher die weltberühmte Titanic (und ihre „Schwesterschiffe“) gebaut wurden. Das Museumsgebäude, das von einem amerikanischen Architekten designt wurde, ist an sich schon spektakulär, denn es soll vier Schiffe darstellen. Das Gebäude ist außerdem so hoch wie die Titanic damals, als sie auf dem Dock gebaut wurde. Leider haben wir vor Ort nur 20 Minuten Zeit, sodass wir die Ausstellung nicht besuchen können. Anschließend haben wir anderthalb Stunden Zeit, um uns in der Innenstadt von Belfast aufzuhalten.

Nach der Mittagpause geht es mit dem Bus wieder Richtung Süden, zum angeblichen Grab von St. Patrick in der Stadt Downpatrick. Dort schauen wir im Visitor Centre ein Informationsvideo über St. Patrick und können uns dann den „Grabstein“ neben der Kathedrale anschauen. Laut der Legende brachte St. Patrick das Christentum nach Irland. Am 17. März wird weltweit er St. Patricks Day zu Ehren des Schutzpatrons gefeiert. 
Der letzte Stopp ist erneut ein Highlight: Die Ruine Dunrum Castle liegt auf einem Hügel, von dem aus man eine grandiose Aussicht auf die Umgebung hat. Das Gras, das die alte Burg umgibt, ist in einem satten Grün, sodass dieser Ort wirklich beeindruckend ist.
Die Rückfahrt geht durch die Mourne Mountains mit wunderschönen Ausblicken auf die irische Landschaft. Um 19 Uhr kommen wir wieder in Dublin an und ich muss mich nun leider auch von der schwedischen Kollegin verabschieden.

Sonntag, den 08.10.2017

Am späten Vormittag fahre ich mit dem Bus zurück zum Flughafen. Um 15:35 Uhr startet der Flug und wir kommen planmäßig um 18:20 Uhr in Düsseldorf an (eine Stunde Zeitverschiebung!). Dort muss ich mich dann etwas beeilen, da mein Zug schon um 19:28 Uhr abfährt. Nach einem Zwischenstopp mit Umsteigen in Dortmund bin ich dann gegen 22 Uhr zu Hause.

 

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